Mind Store - Die Macht der Visualisierung
Es gab eine Zeit in meinem Leben, da war ich als Sozialarbeiter im Glasgower East End tätig. Ich arbeitete mit großem Engagement – zumindest mit soviel Engagement, wie ein Mensch meiner Meinung nach aufzubringen vermochte.
Es dauerte jedoch nicht lange, bis mich eine Reihe bedeutsamer Ereignisse dazu veranlaßte, Bilanz zu ziehen und ein ganz neues Leben zu beginnen. Meine Schwiegermutter war plötzlich einem Schlaganfall erlegen (meine eigene Mutter war einige Jahre davor unter ähnlichen Umständen verschieden), und zwei Männer, die in meiner Sozialarbeit in der Gemeinde eine entscheidende Rolle gespielt hatten, starben ebenfalls – der eine an Krebs, der andere an einem Herzleiden. Bei meiner Tätigkeit mit sozialen Randgruppen verlor ich nun nach und nach alle Hoffnungen und Illusionen. Mir wurde bewußt, daß wir gar keine Möglichkeiten besaßen, irgend etwas wirklich zu verändern; im Grunde hatte ich das Gefühl, bei meiner Arbeit nichts anderes zu tun, als Risse und Brüche notdürftig zu kitten.
Meine Karriere war festgefahren – ich hatte mich um eine Beförderung bemüht und wußte zugleich, daß ich dafür gar nicht geeignet war. Mein Gehalt war gerade so hoch, daß meine Haushaltskasse die meiste Zeit leer war. Ich buchte billige Reisen, da sie das einzige waren, worauf ich mich wirklich freuen konnte. Ich war unglücklich; ich wußte, es gab noch viel mehr, was ich mit meinem Leben hätte tun können – doch was?
Die Zeit war gekommen, mich zu verändern. Ich las, was Autoren wie Norman Vincent Peale und Napoleon Hill über die Entfaltung der Persönlichkeit geschrieben hatten, und begann zu verstehen, wie negativ ich und alle Menschen in meiner Umgebung offenbar eingestellt waren. Schon seit langem besaß ich kein Quentchen Ehrgeiz mehr.
Als ich über den plötzlichen Tod jener Menschen, die mir so wichtig gewesen waren, nachdachte, begann ich, mich mit den Folgen und Auswirkungen von Streß zu beschäftigen. Ich selbst litt ständig darunter. Ich war der perfekte Hypochonder und lag meinem Arzt regelmäßig mit albernen kleinen Beschwerden in den Ohren, die in meinem Geist besorgniserregende Ausmaße angenommen hatten. Wann immer ich ein leichtes Stechen in der Brust verspürte, hielt ich es für den Beginn eines Herzinfarkts oder für ein sicheres Anzeichen dafür, daß ich an Krebs litt.
Auch wenn mir dies zu jener Zeit noch nicht klar war, so begann mein Leben sich zu verändern, als ich Skiausflüge organisierte, um Gelder für ein örtliches Jugendprojekt aufzutreiben. Zusammen mit einem Kollegen setzte ich diese Ausflüge auch dann fort, als wir längst genügend Geld für das Projekt gesammelt hatten. So entstand meine erste eigene Firma. Noch immer war ich als Sozialarbeiter tätig, und die Zeiten waren nicht einfach; es gab eine Menge Unsicherheit. Bald hatte ich für nichts mehr Zeit und vernachlässigte schließlich auch meinen Freundeskreis, denn ich verbrachte jede freie Stunde mit meiner Arbeit. Aus den Büchern, die ich gelesen hatte, wußte ich, daß man diesen Preis zu zahlen hatte, doch irgendwie spürte ich, daß meine Beharrlichkeit sich auszahlen und die harte Arbeit sich eines Tages lohnen würde.
Der schwierigste Teil der Arbeit an meinem neuen Unternehmen war die allmähliche Distanzierung von meinen Freunden. Ich erinnere mich noch gut daran, wie verärgert ich selbst war, als ein Freund einige Zeit zuvor eine Firma gegründet hatte und dann aus Zeitmangel seinen Freundeskreis vernachlässigte. Ich glaube, meine engen Freunde reagierten genauso, als ich nun ebenfalls ein neues Unternehmen in Angriff nahm. Ich bin sogar überzeugt davon, daß solche Entwicklungen unvermeidlich sind, wenn man sein Leben ändern will.
Bald schon organisierte ich Gruppenreisen und war nun in jeder freien Stunde nur damit beschäftigt, während ich gleichzeitig noch immer in den ärmsten Vierteln von Glasgow tätig war. Die chronische Arbeitsüberlastung forderte eines Tages schließlich ihren Tribut: Ich brach im Glasgower Stadtzentrum zusammen.
Dies war der Wendepunkt. Ich wußte nun, daß ich dem Streß, unter dem ich litt, irgendwie begegnen mußte. Kurz gesagt, begab ich mich auf eine Reise, um so viel wie möglich über Streß zu erfahren und zu lernen, wie ich in meinem Leben damit umgehen konnte. Auf diesem Weg entdeckte ich ebenso wunderbare wie einfache Vorgänge, die nicht nur bei der Aufrechterhaltung von Gesundheit und Energie hilfreich sind, sondern die sich auch zur völligen Umgestaltung des Lebens verwenden lassen.
Meine Entdeckung begeisterte mich und mir wurde klar, daß ich diese neuen Erkenntnisse mit allen anderen Menschen teilen wollte. Alle in meiner Umgebung hätten davon profitiert, besonders meine engen Freunde und Kollegen. Merkwürdigerweise muß ich meine Bekannten jedoch auch heute noch von meinen Seminaren überzeugen, obwohl ich meine Gedanken nunmehr seit vielen Jahren den größten Firmen unseres Landes (Managern wie einfachen Angestellten und Arbeitern) ebenso vermittle wie unseren führenden Sportlern und Tausenden anderer Männer, Frauen und Kinder. Vielleicht glauben meine Freunde einfach nicht daran, daß sich so vieles wirklich verändern läßt.
In relativ kurzer Zeit hat sich mein Leben nun geändert, und das von Grund auf. Ich genieße es, Erfahrungen zu machen und Möglichkeiten wahrzunehmen, von denen die meisten Menschen nur träumen. Ich bin mit einer wunderbaren Familie gesegnet, lebe in einer herrlichen ländlichen Umgebung und erfreue mich eines Lebensstils, von dem ich früher nie geglaubt hätte, daß er mir einmal vergönnt sein würde. Dies ist natürlich nicht einfach – das Leben ist nun mal nicht so –, doch habe ich in mir soviel Stärke und Selbstvertrauen entdeckt, daß ich mein neues Leben darauf gründen konnte. Bei einem Treffen mit Margaret Thatcher hörte ich die Politikerin kürzlich sagen, sie habe die Führung der Konservativen Partei damals mit einer Vision für die Zukunft übernommen. Es sei ihr von vornherein klar gewesen, daß sie erst viele Probleme zu bewältigen habe und sehr hart kämpfen müsse, bis sie für ihr Engagement schließlich belohnt würde.
Mit diesem Buch möchte ich Ihnen das Handwerkszeug zur Verbesserung Ihrer Lebensqualität in die Hand geben. Ich möchte Ihnen zeigen, wie Sie Ihr Familienleben, Ihre Freundschaften und Ihren Arbeitsplatz positiv beeinflussen und wie Sie wachsen, Ihre Möglichkeiten ausschöpfen und – wenn nötig – Glück, Liebe und Erfolg finden können. Was ich Ihnen hier zu sagen habe, teile ich in meinen MindStore-Kursen jedes Jahr Tausenden von Menschen mit, und ich kann Ihnen versprechen, daß auch Sie davon profitieren werden. Mein Leitspruch ist: „Es funktioniert einfach.“ Wenn Sie jetzt noch skeptisch sind, dann ist dies ganz normal. Haben Sie einfach ein bißchen Geduld mit mir und lesen Sie weiter.
Meine Methoden sind keineswegs neu. Es gibt sie, so weit ich zurückdenken kann – seit dem Anbeginn der Zeit. Vielleicht habe ich sie neu zusammengestellt, doch das ist schon alles, was ich getan habe. Ich habe mich dabei bemüht, diese Techniken so leichtverständlich wie möglich zu erläutern. Ich möchte Ihnen zeigen, wie Sie Ihr Leben so bewältigen können, daß sich die gewünschten Verbesserungen einstellen. Warum dies funktioniert, interessiert mich weniger; die wissenschaftliche Überprüfung meiner Methoden überlasse ich denen, die sich beruflich mit so etwas befassen. Ich ziehe es vor, Werkzeuge zu verwenden, die jedem, der sie kennenlernen und einsetzen möchte, zum Erfolg verhelfen werden. Mein Ansatz ist in keiner Weise außergewöhnlich; außergewöhnlich ist nur der Augenblick, in dem wir uns entscheiden, zu wachsen und uns zu verändern.
Glauben Sie mir: „Es funktioniert einfach.“